von apo, am 22. April 2012 Genauso unabdingbar wie Liebe und guter Wein für Goethe waren, sind Cron und Logrotate das Lebenselixier für jeden Serveradmin. Vielleicht etwas übertrieben formuliert, aber auch nur fast. Als “normaler” Linuxnutzer kommt man nur sehr selten direkt mit den beiden in Berührung, da in der Regel einfach alles läuft.
Nur am Rande bemerkt: Wer an Debians und Ubuntus “Popularity Contest” teilnimmt und ihn nicht auf einem Server laufen lässt, sollte auf jeden Fall noch anacron installiert haben, da das Senden der Berichte zu wechselnden Tageszeiten erfolgt und man unter Umständen den Rechner dann nicht eingeschaltet hat, weswegen der Cron-Job nicht ausgeführt werden kann.
Im Gegensatz zu Anacron arbeitet Cron präzise zu einem bestimmten Zeitpunkt Aufträge ab und setzt damit voraus, dass der Rechner kontinuierlich verfügbar ist. Im Zusammenspiel mit Logrotate, das Logdateien nach einem vorgegebenen Zeitintervall verschieben und komprimieren kann, ist er äußerst wichtig und nützlich für jeden Server.
Logrotate-Beispiel anhand von OpenArena
Der OpenArena-Server speichert den Verlauf der Spiele in der Logdatei games.log. Hierfür habe ich eine neue Konfigurationsdatei in /etc/logrotate.d/ angelegt, die wie folgt aufgebaut ist.
/home/openarena/.openarena/baseoa/games.log {
daily
missingok
rotate 14
compress
delaycompress
notifempty
create 644 openarena openarena
sharedscripts
postrotate
if [ -x /usr/sbin/invoke-rc.d ]; then \
invoke-rc.d oa_ded restart > /dev/null 2>&1; \
else \
/etc/init.d/oa_ded restart > /dev/null 2>&1; \
fi; \
endscript
}
Die Syntax ist sehr logisch.
Weitere Ideen und Anregungen finden sich im Verzeichnis /etc/logrotate.d/ und natürlich mit man logrotate. Die Konfigurationsdatei für logrotate ist /etc/logrotate.conf.
Cron in Kürze
Cron ist das Herzstück jedes Servers. Er arbeitet zeitgesteuert alle Shellskripte in /etc/cron.hourly, /etc/cron.daily, /etc/cron.weekly und /etc/cron.monthly ab und wertet die Informationen in /etc/crontab und den jeweiligen crontabs aus. Cron muss nicht neugestartet werden, wenn eine Einstellung verändert wird.
In meiner /etc/crontab habe ich z.B so etwas stehen:
05 7 * * * openarena /usr/local/bin/oa_stats_daily.sh > /dev/null 2>&1
Hier wird mit den Rechten des Benutzers openarena ein kleines Skript ausgeführt, welches die täglichen Statistiken um 7 Uhr und fünf Minuten für OpenArena generiert.
Mehrere Beispiele für Cron aus der Wikipedia:
#M S T M W Befehl
5 * * * * /usr/bin/message.sh #Befehl wird fünf Minuten nach jeder vollen Stunde aufgerufen.
*/5 * * * * /usr/bin/message.sh #Befehl wird alle 5 Minuten aufgerufen (die Schrittweite wird durch */Schrittweite angegeben).
59 23 * * 0 gzip /var/log/messages #Befehl wird einmal pro Woche sonntags um 23:59 Uhr ausgeführt.
0 0 * * * gzip /var/log/auth.log #Befehl wird täglich um 00:00 Uhr ausgeführt.
20,30 1 * * 1-5 /usr/bin/work.sh #Befehl wird montags bis freitags jeweils um 01:20 und 01:30 ausgeführt.
0 1 1-7 12 1 /usr/bin/work.sh #Befehl wird am 1. bis 7. Dezember sowie an jedem Montag im Dezember um ein Uhr nachts ausgeführt.
Aus Sicherheitsgründen kann man die Erlaubnis für Cron-Jobs einschränken, indem eine Datei /etc/cron.allow mit den berechtigten Benutzern angelegt wird. (Ein Name pro Zeile). Ansonsten darf jeder Benutzer mit Eingabe von crontab -e seine eigenen Aufträge anlegen.
Cron bietet damit neben seinen typischen Aufräum- und Prüfarbeiten die Möglichkeit eigene Skripte zeitlich gesteuert auszuführen. In Zusammenspiel mit Logrotate lassen sich so ganz leicht Statistiken für den Spieleserver generieren, sofern das Spiel diese überhaupt mitloggt. Zu dem genauen Inhalt des Skripts ein anderes Mal mehr.
Links
http://de.wikipedia.org/wiki/Cron
http://linux.die.net/man/8/cron
http://www.debian-administration.org/articles/56
von apo, am 22. April 2012 Der Hivelogic Enkoder existiert schon ganze Weile und ist keine große Nachricht mehr. Wenn man aber ein kleines Webprojekt erstellt, möchte man auch seine E-Mail-Adresse und unter Umständen die anderer Leute auf der Seite zur Verfügung stellen, einfach um erreichbar zu sein.
In der Regel schreibe ich dann etwas auf die Seite wie admin [at] linuxiuvat [de] und hoffe, dass die Besucher verstehen, was ich damit gemeint habe. Der Sinn dahinter ist, es Bots beim Versenden von Spam schwieriger zu machen, obwohl das natürlich nur bedingt helfen kann. Es gibt aber auch schon seit geraumer Zeit Lösungen wie z.B. den Hivelogic Enkoder, der mit Hilfe von Javascript eine E-Mail-Adresse obfuskiert, also nur schwer nachvollziehbar macht.
Wandert man auf die verlinkte Seite findet man dort ein Formular, in das man die Adresse, den Linktext und einen Betreff eingeben kann. Wird das Ganze abgeschickt, erscheint z.B. so etwas:
<script type="text/javascript">// <![CDATA[
<!--
r x="function f(x){var i,o=\"\",l=x.length;for(i=0;i<l;i+=2) {if(i+1<l)o+=" +
"x.charAt(i+1);try{o+=x.charAt(i);}catch(e){}}return o;}f(\"ufcnitnof x({)av" +
" r,i=o\\\"\\\"o,=l.xelgnhtl,o=;lhwli(e.xhcraoCedtAl(1/)3=!84{)rt{y+xx=l;=+;" +
"lc}tahce({)}}of(r=i-l;1>i0=i;--{)+ox=c.ahAr(t)i};erutnro s.buts(r,0lo;)f}\\" +
"\"(2),8\\\"\\\\yqns{dl%$~7-03\\\\\\\\TRV]7_00\\\\\\\\32\\\\0k\\\\XS24\\\\0_" +
"\\\\P[J]14\\\\0q\\\\21\\\\0N\\\\]FSA06\\\\07\\\\00\\\\\\\\Fx7F01\\\\\\\\~Th" +
"hcuwo{qx6a{,tldgk~n6ycmq(uehw3x01\\\\\\\\23\\\\05\\\\02\\\\\\\\27\\\\0:\\\\" +
"27\\\\01\\\\02\\\\\\\\32\\\\02\\\\02\\\\\\\\24\\\\0N\\\\34\\\\06\\\\00\\\\\\"+
"\\35\\\\01\\\\03\\\\\\\\16\\\\03\\\\00\\\\\\\\0O4V01\\\\\\\\14\\\\02\\\\03\\"+
"\\\\\\17\\\\0F\\\\04\\\\0X\\\\JA17\\\\04\\\\01\\\\\\\\*:.4t,6-;27 6<\\\"\\\\"+
"f(;} ornture;}))++(y)^(iAtdeCoarchx.e(odrChamCro.fngriSt+=;o27=1y%2;*=)yy)2" +
"+(8i>f({i+)i+l;i<0;i=r(foh;gten.l=x,l\\\"\\\\\\\"\\\\o=i,r va){,y(x fontinc" +
"fu)\\\"\")";
while(x=eval(x)); //-->
// ]]></script>
Als Mensch erkennt man nicht wirklich viel, aber der Browser ist dennoch in der Lage daraus eine E-Mail-Adresse abzuleiten. Für alle, die Javascript deaktivieren, kann man noch einen Noscript-Tag einbinden.
<noscript>
<p>write an e-mail to <strong>admin</strong> [at] <strong>linuxiuvat</strong> [dot] <strong>de</strong></p>
</noscript>
Die Kritik an jeder Art von “unkenntlich” gemachten Code bleibt natürlich bestehen. Prinzipiell ist es natürlich möglich, dass Bots anstelle von @ auch nach [at] suchen können. Da die Spamfilter der Mailprovider mittlerweile ziemlich gut sind, bekomme ich jedoch immer seltener etwas von dem Spam mit.
Es ist zwar schwieriger aber nicht unmöglich, dass ein Bot den obfuskierten Javascript-Code wieder entziffern kann. Von daher, wer auf Nummer sicher gehen will veröffentlicht gar keine E-Mail-Adressen. Ich habe mich dennoch entschieden den Code des Hivelogic-Enkoder auf meiner Kontaktseite einzubinden.
von apo, am 21. April 2012 Chronicle ist ein sogenannter Blogkompilierer, der aus einfachen Textdateien, Markdown und HTML ein vollständiges Blog mit Schlagworten, Archiv und RSS-Feeds erstellen kann. Ich hatte ursprünglich vorgesehen alle Webseiten von Hand zu erstellen, da linuxiuvat.de hauptsächlich zur Beschreibung von Spielen, Dokumentation und für Statistiken gedacht ist, für die ein CMS mit dynamischen Inhalten über das Ziel hinaus schießen würde. Auf die Idee nach einem statischen Webseitengenerator wie Chronicle zu suchen, hat mich ein Kommentator gebracht, der gerne mit Hilfe eines RSS-Feeds auf dem Laufenden bleiben wollte.
Wie man Chronicle konfiguriert und bedient, darum geht es in diesem Beitrag.
Installation und Konfiguration
aptitude install chronicle
Es gibt zwei Möglichkeiten Chronicle zu verwenden. Man kann den Blogkompilierer entweder direkt auf dem vServer installieren oder ebenso praktisch auf dem eigenen Rechner zu Hause und verschiebt dann die generierten Seiten per FTP/SSH zum Webserver. Die Einstellungen werden global entweder in /etc/chroniclerc oder für jeden Benutzer einzeln in ~/.chroniclerc vorgenommen.
# Hiervon werden die Blogeinträge gelesen
input = /home/apo/blog/input
# In diesem Verzeichnis liegt später das fertige Blog
output = /home/apo/blog/news
# Name des Themas. Die Themen liegen in /usr/share/chronicle/themes
theme = default
# Anzahl der Blogeinträge auf der Startseite
entry-count = 10
# Anzahl der RSS-Einträge
rss-count = 10
# Wir schreiben die Artikel in HTML. Alternativen sind Markdown und Textile
format = html
# Kommentarfunktion einschalten
no-comments = 0
# Der Name des Blogs
blog_title = Linux iuvat /news
Die Standardeinstellungen sind sinnvoll und es gibt nur noch wenige zusätzliche Optionen. Um einen Blogartikel zu erstellen, genügt es eine Textdatei im Input-Ordner mit dem folgendem Format zu erstellen.
Title: Hallo Welt
Tags: Neuigkeiten, Debian, Ubuntu
Date: 21st April 2012
<h2>Wichtige Nachrichten</h2>
<p>Mein Blog ist online!</p>
Lediglich die Datumsangaben müssen in englischer Notation erstellt werden. Die Ausgabe kann aber mit der Option –lang=german angepasst werden.
Nachdem auf die gleiche Weise alle Blogartikel geschrieben wurden, wird das gesamte Blog mit
chronicle
generiert und landet im vorher definierten Output-Verzeichnis.
Kommentare
Wie im letzten Artikel erwähnt, ist der Nachteil eines statischen Webseitengenerators, dass eine Kommentarfunktion entweder extern ausgelagert oder serverseitige Skripte zusätzlich installiert werden müssen. Im Falle von Chronicle wird aber schon ein CGI-Skript mitgeliefert, dass es möglich macht Kommentare zu verfassen. Diese werden in einer Textdatei gespeichert und beim Neukompilieren des Blogs in die statischen Seiten integriert.
Drei Einstellungen sind in der comments.cgi zu ändern.
my $COMMENT = “/var/www/comments/”
my $TO = ‘root@localhost’;
my $FROM = ‘www-data@vps.example.com’;
Der Ordner in dem die Kommentare gespeichert werden, sollte aus Sicherheitsgründen außerhalb des Webserver-Root-Verzeichnisses liegen. Die Benachrichtigungsadresse lässt sich beliebig wählen. Anschließend muss die Datei nur noch in das CGI-Verzeichnis des Webservers kopiert werden. Wer z.B. Lighttpd benutzt, kann das entsprechende CGI-Modul mit
lighty-enable-mod cgi
aktivieren. Zusätzlich muss noch folgendes bedingtes Konstrukt zur Konfiguration in der lighttpd.conf oder /etc/lighttpd/conf-available/10-cgi.conf hinzugefügt werden.
$HTTP["url"] =~ “^/cgi-bin/” {
cgi.assign = ( “” => “/usr/bin/perl” )
}
Die Kommentare werden mit dem Befehl
chronicle --comments=Pfad_zum_Kommentar_Ordner
eingebunden. Es gibt verschiedene Ansätze wie man dem Spamproblem entgegnen kann. Da ich bisher noch keine Probleme damit hatte, ein anderes Mal mehr dazu.
Fazit
Einige Ideen wie Chronicle aussehen kann, findet ihr im Blog des Machers, Steve Kemp, auf der Homepage von Kai Wasserbäch oder auf meiner News-Seite bei linuxiuvat.de.
Die Themen lassen sich mit etwas HTML-Kenntnissen gut anpassen. Chronicle ist schlicht, aber dadurch meiner Meinung auch einfach zu erlernen. Man erhält mit lediglich einem Befehl ein vollständiges Blog mit Schlagworten, Feeds und Archiven, dass ressourcenschonend und schnell ist. Wem das noch nicht zusagt, sollte auch einen Blick auf die Alternativen werfen.
von apo, am 21. April 2012 Ich stand vor der Entscheidung wie ich die Homepage für mein neues Spieleserverprojekt gestalten sollte. Ich schwankte anfangs zwischen einem dynamischen Portal für freie Spiele und selbst geschriebenen statischen HTML-Seiten. Ich habe mich schließlich gegen PHP und Datenbanken entschieden und auf statische Inhalte gesetzt, die zum einen durch Chronicle, einen Blogkompilierer, und zum anderen durch manuell erstelltes XHTML erzeugt werden. Die restlichen Statistiken und Graphen für die einzelnen Spiele werden täglich durch das Auswerten von Logdateien und mit Hilfe von Munin dargestellt.
Die Frage bei so einem Projekt ist: Wie viel Interaktion möchte man eigentlich haben?
Linuxiuvat.de ist keine Clan- oder Gildenseite, sondern lediglich das Erscheinungsbild des virtuellen Servers, auf dem einige freie Spiele laufen. Ich übernehme hier die klassischen Aufgaben als Serveradmin und Macher der Homepage, kann aber natürlich nicht alle Mitglieder eines Clans ersetzen.
Meiner Meinung nach sind Foren oder sogar ein Wiki nur dann sinnvoll, wenn man gleichzeitig eine Community rund um die Spiele aufbauen will, die das Projekt mit Leben füllt. In meinem Fall gibt es nur mich und die Idee irgendwann das Ganze abzuschließen und zum Fazit zu kommen, dass die Möglichkeiten des vServers ausgeschöpft sind. Danach möchte ich nur noch das Bestehende weiterpflegen, selbst eine Runde spielen und zum nächsten Projekt weiterziehen.
Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass der Spieleserver auch ein praktisches Beispiel ist (es macht vor allem Spaß), wie man mit Freier Software, wenig Ressourcen und auch kostengünstig ein Projekt gestalten kann, wollte ich die Interaktion auf das Notwendige und Sinnvolle beschränken.
Hilfreiche Software
Es gibt sehr viele Möglichkeiten die eigene Homepage zu gestalten. Einige Ideen finden sich z.B. bei Debian und Ubuntu mit
aptitude search '~sweb'
In der Sektion “Web” stecken zahlreiche Content-Management-Systeme, Blogsoftware und Hilfsmittel statische Inhalte zu erschaffen. Eigenes Vorwissen, die verwendete Programmiersprache, Performance und verfügbare Angebote des Webhosters spielen natürlich eine Rolle. Bei einem eigenen VPS kann man aus dem Vollen schöpfen, da es keine technischen Beschränkungen gibt.
Bekannte Content-Management-Systeme
Es gibt hervorragende freie CMS darunter die großen Joomla, Drupal, Typo3, Movable Type und WordPress. Allen ist gemein, dass sie hochentwickelt, stark erweiterbar und vielfältig einsetzbar sind. Vom kleinen Linuxblog bis zur Unternehmenskette mit eigenem Franchise ist alles denkbar. Inhalte und Seitengestaltung sind unabhängig voneinander. Wissen über HTML oder Skriptsprachen ist nützlich jedoch nicht zwingend notwendig. Jeder kann Dank des umfangreichen Backends Inhalte einstellen und verwalten.
- Anforderungen: PHP, MySQL/PostgreSQL
- Vorteile: Dynamische Inhalte, Interaktion mit Benutzern ist einfach, unzählige vorgefertigte Plugins und Themen, große Gemeinschaft, gute Dokumentation, sehr flexibel
-
Nachteile: Speicherintensiv, Datenbank und PHP wird benötigt, potentielle Sicherheitslücken, komplexe Bedienung, Einarbeitungszeit notwendig
Eher unbekannte Content-Management-Systeme
Dann gibt es die eher unbekannten CMS, die meist weniger Feature als die großen haben, aber nicht weniger geeignet sind, um kleinere dynamische Projekte zu verwirklichen. Mir fielen insbesondere Zine, PyLucid und TDiary auf, da ich ein wenig mit Zine wegen der Programmierung in Python geliebäugelt habe. PyLucid ist ebenfalls in Python geschrieben und benutzt Django, während TDiary in Ruby verfasst wurde. Hier sind Japanisch- und Englischkenntnisse von Vorteil. Eine weitere interessante Alternative ist WebGUI in Kombination mit Perl und MySQL und DotClear. Leider forderten alle mindestens noch die Installation einer zusätzlichen Datenbank.
- Anforderungen: Python, Ruby, Perl, MySQL/PostgreSQL
- Vorteile: Dynamische Inhalte, einfache Interaktion mit Benutzern, einige zusätzliche Plugins und Themen, flexibel, interessante Programmiersprachen
-
Nachteile: Relativ speicherintensiv, Datenbank, Python oder Ruby notwendig, potentielle Sicherheitslücken, weniger umfangreich als die großen CMS
Die Welt der statischen Webseitengeneratoren
Ein Trend unter Techies sind sicherlich Webseitengeneratoren wie Jekyll für Ruby und Hyde für Python, die mit Hilfe von Templates aus Text, Markdown oder HTML die komplette Seitenstruktur einer Webseite unabhängig vom Inhalt erstellen können.
Etwas einfacher aufgebaut, aber nicht weniger effektiv, sind z.B PubTal (Python), WebGen (Ruby) und Blazeblogger.
Mein Favorit, für den ich mich schließlich entschieden habe, war Chronicle, den ich im nächsten Beitrag etwas ausführlicher vorstelle.
Was ist so toll an statischen Blogkompilierern und Webseitengeneratoren?
Ich habe mich für diesen Typ entschieden, weil ich sie für sicher, leichtgewichtig und effizient halte. Natürlich kann man auch Plugins für ein CMS benutzen, die den dynamischen Inhalt in statischen überführen (Stichwort: WP-Super-Cache). Ein Blogkompilierer wie Chronicle macht das von Haus aus. Statische Inhalte werden extrem effizient durch den Webserver ausgeliefert, so dass selbst bei einem mickrigen vServer die Performance selbst unter mittelgroßer Last nicht leiden wird.
Ein normales Projekt benötigt nicht einmal ansatzweise alle Funktionen eines CMS. Hier geht es auch darum realistisch zu bleiben. Weniger ist oft mehr. Außerdem sind diese Generatoren einfach zu bedienen und benötigen weder Datenbank noch eine Skriptsprache um zu funktionieren, was im Regelfall gleichbedeutend ist mit mehr Leistung und geringeren Kosten.
Einen Haken hat die Sache. Interaktion ist ohne zusätzliche Software nicht möglich, woraus ein neues Problem erwächst.
Disqus und Co. sind böse
Wirklich, ist das so? Fakt ist, wenn man auf ausschließlich statische Inhalte setzt, muss man dennoch irgendeine serverseitige Anwendung/Skript installieren, damit Kommentare von Besuchern irgendwie in die Webseite eingebunden werden können. Viele verfallen dann auf externe Dienstleister wie Disqus oder IntenseDebate.
Als Webseitenbetreiber muss man lediglich ein Stück Javascript-Code einbinden und schon werden Kommentare an die Server von Disqus und Co. weitergeleitet und dann auf der eigenen Webseite dargestellt. Disqus macht es wirklich einfach. Keine Spam-Probleme, keine Last auf dem Server, perfekte Integration mit Sozialen Netzwerken. Als Alternative könnten Besucher z.B. eine E-Mail schicken und man bindet dann den Inhalt manuell in die Seite ein, aber hey, wer macht das schon.
Ich bin nicht wirklich der Typ, der hinter jedem erfolgreichen Internetunternehmen den nächsten faschistischen Weltbeherrscher vermutet. Man sollte sich aber schon die Frage stellen, ob man für jede Webseite die Kontrolle über seine Daten an eine externe Stelle abgegeben muss oder nicht. Diese Bedenken hat Jeremy Scheff auf den Punkt gebracht.
Ich persönlich denke, dass man Interaktion und Kontrolle über die Daten auch anders haben kann und das auch nutzen sollte. Im Falle von Chronicle war das z.B. das einfache Einbinden einer einzigen CGI-Datei. Andererseits vielleicht sollten wir einfach an einem wirklich quelloffenen und freien Disqus arbeiten!
Fazit
Die Wahl der Software hängt entscheidend von den eigenen Ansprüchen ab. Wem Geschwindigkeit und Sicherheit wichtig ist, sollte statische Inhalte veröffentlichen, die bevorzugt mit einem Blogkompilierer oder Webseitengenerator erzeugt werden oder auf die händische Methode zurückgreifen. Für mein kleines Projekt werde ich diesen Weg auf jeden Fall weitergehen.
von apo, am 18. April 2012 Als Haiku bezeichnet man eine kurze japanische Gedichtform, deren Ideale stille Kraft, Eleganz und Einfachheit auch das gleichnamige Betriebssystem Haiku teilt. Es gehört zu der Gruppe von Freien Betriebssystemen abseits von Linux, die ich mir näher anschauen wollte, da Haiku nicht nur ein freies und quelloffenes Betriebssytem ist, sondern sich durch die geringen Hardwareanforderungen auch als Alternative zu Linux auf älteren Computern eignet.
Die Wurzeln von Haiku reichen in die 90iger Jahre zurück als BeOS sich aufmachte ein Konkurrent zu Microsoft Windows, MacOS und Linux zu werden. Be Inc., die treibende Kraft hinter BeOS, wollte das Beste aus allen drei Welten verbinden und richtete das Betriebssystem auf Privatanwender und den Heimbereich aus. Zentrale Merkmale des jungen BeOS waren ein sauberes und einheitliches Erscheinungsbild des Desktops und die besondere Ausrichtung auf Multimedia-Anwendungen.
Während Linux von seiner Vielseitigkeit und Freier Software profitierte, konnte das kommerzielle und proprietäre BeOS niemals die kritische Masse erreichen, um gewinnbringend am Markt bestehen zu können, weshalb 2001 Be Inc. Konkurs anmelden musste und die Entwicklung an BeOS offiziell eingestellt wurde.
In den Jahren des Bestehens gelang es BeOS jedoch, trotz wechselnder Ausrichtung auf verschiedene Zielgruppen, eine leidenschaftliche Gruppe von Benutzern und Entwicklern für sich zu gewinnen, die schon kurz nach dem Ende von BeOS zuerst OpenBeOS ins Leben riefen und dieses dann später in Haiku umbenannten. Die Idee zum Namen geht auf die Fehlermeldungen des BeOS eigenen Browsers NetPositive zurück, der diese in Form von Haikus darstellte. 2003 folgte dann eigens die Gründung von Haiku Inc., einem gemeinnützigen Verein, der durch öffentliche Spenden die Weiterentwicklung von Haiku bis heute unterstützt.
Wichtigstes Ziel von Haiku ist es BeOS so originalgetreu wie möglich nachzubauen und dabei die Stärken des einheitlichen Desktops in ein Freies Betriebssystem zu überführen. Viel Starthilfe im Sinne von Quellcode gab es leider nicht. Lediglich der Dateimanager und das Startmenü (Deskbar) wurden damals als Freie Software veröffentlicht, weswegen alle anderen Systemkomponenten inklusive Kernel, Dateisystem und Kernanwendungen von Grund auf neu geschrieben werden mussten. Damit ist Haiku ein von den verschiedenen Linuxdistributionen vollständig abgegrenztes und eigenständiges Projekt und unterscheidet sich auch deutlich von anderen BeOS-Nachfolgeprojekten wie z.B. ZevenOS, dass das Erscheinungsbild von BeOS zwar nachbildet, dabei aber beim Unterbau auf Ubuntu und Debian setzt.
Voraussetzungen und Installation
Laut offizieller Dokumentation wird zumindest ein Pentium III mit 256 RAM zur Inbetriebnahme empfohlen. Es gibt aber auch schon positive Berichte über 128 MB bzw. nur 64 MB RAM mit einem Pentium II Rechner. Wie der Zufall so spielt, benutze ich noch ein paar Laptops dieser Leistungsklasse, darunter auch den Dell Inspiron 4000, der für diesen Test wie geschaffen war.
Zum Herunterladen gibt es die zur Zeit aktuelle dritte R1 Alpha-Version von Haiku als empfohlenes “Anyboot-Abbild” und als ISO-Image, das sich auf eine CD schreiben lässt. Die Anyboot-Variante kann man auch auf USB oder, so wie ich es getan habe, direkt auf die Festplatte mit dd schreiben. Für alle, die sich nicht extra einen älteren Laptop zum Testen ersteigern wollen, bietet sich auch das Abbild für eine virtuelle Maschine an. Ein vorgefertigtes Image zum Ausprobieren für Virtualbox lässt sich auch von virtualboxes.org herunterladen, dass bei mir sehr gut funktionierte.
Ein Überblick
In meinem Fall gelang das Installieren von Haiku durch direktes Schreiben des Abbildes auf die Ersatzfestplatte des Laptops. Nach dem Einschalten begrüßt einen zu erst einmal der Bootsplash.

Trotz meiner immerhin 13 Jahre alten Ersatzfestplatte dauerte der gesamte Bootvorgang weniger als 30 Sekunden vom Start bis zum ersten Anblick des Desktops. Einen Loginmanager wie GDM oder KDM gibt es nicht. Haiku selbst ist zur Zeit noch ein Einbenutzer-System, erst später soll es möglich sein auch mehrere Benutzer gleichzeitig am Rechner arbeiten zu lassen. Eine Portierung auf andere Architekturen außer i386 hängt in großem Maße von der Zeit der Entwickler und weiterer Hilfe ab.
Es gab keine großen “Showstopper” während des Tests. Ich hatte Netzwerkzugang, konnte im Internet surfen und Filme abspielen. Die Anwendungen ließen sich flüssig bedienen. Lediglich das Herunterfahren dauerte unverhältnismäßig lange.
Arbeitsfläche
Haiku erinnert an mehr als nur einer Stelle an die Konzepte moderner Desktopumgebungen mit einer reinen Fenstermanager-Lösung. Wer Openbox oder Fluxbox kennt, wird sich schnell an das Rechtsklick-Menü gewöhnen. Anwendungen, Orte und Befehle lassen sich von dort aufrufen und ausführen.

Standardmäßig befindet sich am oberen rechten Rand die Deskbar, praktisch das Startmenü und die Taskleiste für Haiku. Je nach Vorliebe lässt sie sich ganz leicht mit der Maus an jeden gewünschten Bildschirmrand positionieren und so ausrichten, dass die Deskbar dem klassischen Erscheinungsbild entspricht. Fenster lassen sich wie bei Fluxbox gruppieren (Stack&Tile), so dass Webbrowser und Dateimanager in einem Fenster durch Tabs getrennt erscheinen und beide Anwendungen zusammen wie eine einzelne bewegt und verändert werden können. Das alles wird gut in Haikus Dokumentation zur Benutzeroberfläche erklärt.
Anwendungen
Haiku hat auch einige typische Unix-Elemente zu bieten. So gibt es zum Beispiel einen Terminal, indem sich bekannte Unix-Kommandos ausführen lassen, auch wenn nicht jeder gewohnte Befehl verfügbar ist.

Wie der Screenshot auch zeigt, ist der Ressourcenverbrauch von Haiku gering, so dass 256 MB RAM problemlos zum Ausprobieren ausreichten. Alle Bildschirmaufnahmen ließen sich mit dem Screenshot-Programm dokumentieren. Anschließend konnten sie entweder über den eingehängten USB-Stick oder per SSH auf einen anderen Rechner transferiert werden. Ein SSH-Server ist standardmäßig installiert.
Bei Verwendung von Datenträgern mit einem anderen Dateisystem als Haikus BFS, erscheint eine Warnung, dass man diese nur lesend einhängen sollte. Empfehlenswert, da Haiku noch in einem Alpha-Stadium ist. Ich hatte dennoch keine Probleme die Bilder auf den mit EXT3 formatierten Stick zu schreiben.

In Anlehnung an NetPositive heißt Haikus Browser “Webpositive“. Das Web leitet sich von der zu Grunde liegenden WebKit-Engine her, womit Webpositive jetzt wohl der 24. Webkit-Browser ist.
Das Surfen im Internet gelang auf Anhieb Dank der Möglichkeit eines kabelgebundenen Internetzugangs für meinen Laptop. WLAN funktioniert hingegen zur Zeit nur eingeschränkt unter Haiku. Es wird zwar sowohl unverschlüsseltes als auch nach dem WEP-Standard verschlüsseltes WLAN angeboten, jedoch ist letzteres nicht mehr sicher und da WPA noch nicht möglich ist, ist es auch nicht für den täglichen Gebrauch in unsicheren Netzwerken zu empfehlen.
Die Bilder lassen sich z.B. mit Wonderbrush nachbearbeiten, eines der vielen weiteren Programme, die mit Haiku mitgeliefert werden. Der Philosophie entsprechend gibt es für jeden Anwendungsfall ein Programm. Mit den Applikationen lassen sich die wichtigsten Standardaufgaben erledigen, auch wenn ein Audiorecorder oder das TV-Programm noch auf der ToDo-Liste stehen.

Da Haiku sich als freier Nachfolger von BeOS sieht, durften Multimediafähigkeiten nicht fehlen. Der Media-Player nutzt als Backend ffmpeg, kann damit alle gängigen Formate abspielen und ist für die Zukunft erweiterbar. Verschiedene Anwendungen lassen sich wie bekannt auf mehrere Arbeitsflächen verschieben, die sich in Haiku wiederum frei auf dem gesamten Desktop bewegen lassen.

Den Fensterrahmen kann man beliebig mit der Maus verschieben. Fenster lassen sich nur schließen oder mit der Zoom-Funktion automatisch an den Inhalt anpassen. Eine Verkleinern- oder Vergrößernfunktion sucht man vergeblich, ist aber auch unnötig. Insgesamt ließen sich alle Anwendungen ruckelfrei bewegen und in der Größe anpassen.
Dokumentation und Gemeinschaft
Die hier kurz angesprochenen Anwendungen sind nur ein kleiner Teil dessen, was man sonst noch mit Haiku entdecken kann. Der Webauftritt sowie die bisherige Dokumentation laden zum Stöbern ein. Haikus User Guide bietet einen guten Überblick zum Umfang des Projekts. Der meiste Text ist auch in deutscher Sprache verfügbar, auch wenn hier und da Englisch sicher nützlich sein kann. Mehr Bilder zu Haiku finden sich auch bei einem Rundgang mit der Haiku-Tour.
Kommuniziert wird über Mailinglisten, Foren und dem IRC. Regelmäßig finden auch Treffen statt, wie z.B. vor zwei Wochen BeGeistert in Düsseldorf.
Fazit
Die erste Frage, die sich wohl jeder stellt: Warum brauchen wir Haiku? Die Antwort geben die Entwickler in der FAQ als Antwort auf die Frage: “Why not Linux?” Ziel ist es ein kohärentes System zu schaffen, dass sich nicht in einer Vielzahl von Details und Einstellungsmöglichkeiten verliert, sondern schlicht und einfach funktioniert. Eine Aussage, die Haiku mit ReactOS, mit dem Code ausgetauscht wird, teilt.
In der Tat wollen viele Menschen einfach nur einen Computer haben, der funktioniert und für die es keine Rolle spielt, ob ein X-Server für die Darstellung der Grafik verantwortlich ist oder nicht. Haiku bietet mit seiner leichtgewichtigen und einheitlichen Oberfläche ein Argument für diese Benutzer.
Dennoch finden sich unter Linux ebenfalls sehr gute Distributionen, die ein ebenso vollständiges und leichtgewichtiges Desktoperlebnis garantieren. Ich denke, womit Haiku wuchern kann, ist die Tatsache, dass es eben nicht Linux, sondern etwas Eigenständiges ist. Wenn es nur darum ginge, dass immer nur die größten und am weitesten verbreiteten Betriebssysteme eine Chance bekommen sollten, hätte es Linux sicher auch nicht gegeben.
Haiku funktioniert schon sehr gut und verdient meiner Meinung nach mehr als nur einen Blick. Problematisch kann hingegen die Hardwareunterstützung sein. Größtes Problem von Haiku ist weder Konzept noch Technik, sondern Zeit und eine relativ kleine Nutzergemeinde. Vielleicht hilft der Artikel ein wenig positiv in diese Richtung.
Ich kann Haiku für alle empfehlen, die ein leichtgewichtiges Betriebssystem suchen und mit dem jetzigen Alpha-Status umgehen können oder einfach nur das Besondere wollen. Es macht auf jeden Fall mehr Spaß über Haiku (und die japanischen Gedichte) zu lernen als die x-te Linuxdistribution anzutesten, die nur die Desktopumgebung austauscht.
von apo, am 5. April 2012 Neben dem ausgezeichneten Piwik existieren zur Darstellung von Benutzerstatistiken und Auswertung von Logdateien noch eine Reihe von sogenannten Log-Analysierern. Da ich die Installation von PHP und MySQL möglichst vermeiden wollte, habe ich mir zwei altbekannte Helfer aus diesem Bereich näher angeschaut. Hier stehen nur noch einmal die wichtigsten Einstellungen, die ich verändert habe und ein kurzes Fazit.
Das war meine erste Wahl, da mich die vielfältigen Funktionen auf der Webseite des Projekts überzeugt hatten. Awstats ist hauptsächlich in Perl geschrieben und lässt sich mit Hilfe eines CGI-Skripts in Echtzeit aktualisieren. Diese Funktionalität benötigte ich aber gar nicht und habe deshalb alle Statistikseiten mit Hilfe des mitgelieferten Skripts buildstatic.sh statisch generieren lassen. Die Funktion lässt sich in /etc/default/awstats aktivieren.
Die Konfiguration findet bei Debian z.B. in /etc/awstats/awstats.linuxiuvat.de.conf statt. Man sollte die Standardkonfiguration von awstats.conf für sein eigenes Projekt dementsprechend umbenennen und nach /etc/awstats kopieren. Debian erstellt dann automatisch verschiedene Unterordner in /var/cache/awstats/ auf Basis des Dateinamens. Um die Statistiken später darstellen zu können, müssen diese Ordner für euer gewünschtes Webserver-Verzeichnis freigegeben werden.
Die Konfiguration von Awstats ist äußerst gut dokumentiert. Die meisten Standardeinstellungen konnte ich beibehalten. Lediglich diese hier habe ich geändert oder sind erwähnenswert.
# Pfad zur Logdatei
LogFile=”/var/log/lighttpd/linuxiuvat.de/access.log”
# Webserver-Log deshalb Typ W
LogType=W
# Apache Logformat funktioniert auch mit Lighttpd
LogFormat=1
# Eure Domain und Aliase
SiteDomain=”linuxiuvat.de”
HostAliases=”linuxiuvat.de www.linuxiuvat.de localhost 127.0.0.1″
# Wir wollen die Namen der IP-Adressen nicht auflösen, weil es die Generierung der Statistiken verlangsamt
DNSLookup=0
# Reguläre Ausdrücke können unerwünschte Begriffe oder Benutzeragenten herausfiltern
SkipUserAgents=”REGEX[Python-urllib]”
# Awstats lässt sich durch eine Vielzahl von Plugins erweitern. Mit GeoIP lässt sich die Herkunft der Besucher anzeigen
LoadPlugin=”geoipfree”
Damit die IP-Adressen nach Ländern aufgelöst werden können, muss entweder die Bibliothek libgeo-ipfree-perl oder libgeo-ip-perl zusätzlich installiert werden.
Statische Seiten generieren und ein kleiner Hack
Debian stellt in /usr/share/awstats/tools/ mit buildstatic.sh ein Skript zur Verfügung, welches zum einen separate Awstats-Unterordner basierend auf den Konfigurationsdateien erstellt und zum anderen awstats_buildstaticpages.pl aufruft.
Die Statistiken werden in weiteren Ordnern nach Monaten sortiert. Damit jeder dieser Monats-Ordner noch eine index.html Datei erhält, muss dieser kleine Codeschnipsel am Ende der Datei hinzugefügt werden.
print "$cpt files built.\n";
print "Main HTML page is 'awstats.$OutputSuffix.$StaticExt'.\n";
my $command="/bin/cp $OutputDir" . "awstats.$OutputSuffix.$StaticExt $OutputDir" . "index.html";
$retour=`$command 2>&1`;
if ($QueryString =~ /(^|-|&)buildpdf/i) { print "PDF file is 'awstats.$OutputSuffix.pdf'.\n"; }
0; # Do not remove this line
Den Tipp habe ich in diesem PDF-Dokument gefunden. Entscheidend ist die Zeile, die mit my $command beginnt und die normale Startseite in index.html umwandelt.
Zusätzlich sollte man noch einen Blick in /etc/cron.d/ werfen und überprüfen, wie oft Awstats und das zugehörige Update-Skript ausgeführt werden sollen. Mir genügte die tägliche Generierung der Statistiken.
Awffull ist eine Abspaltung von Webalizer, die einige Verbesserungen mit sich bringt. Awffull ist noch einfacher einzurichten. Es genügt ein typisches
aptitude install awffull
und ein paar Veränderungen in /etc/awffull/awffull.conf.
# Pfad zur Logdatei
LogFile /var/log/lighttpd/linuxiuvat.de/access.log
# Auflösung der IP-Adressen nach Herkunftsland
GeoIP yes
# Pfad zur GeoIP-Datenbank
GeoIPDatabase /usr/share/GeoIP/GeoIP.dat
# 404 – Fehler anzeigen lassen.
Top404Errors 10
Die GeoIP-Datenbank für GeoIP ist frei und kostenlos und kann von maxmind.com heruntergeladen werden.
Sollten die Logdateien sehr groß sein, sollte man in Erwägung ziehen Incremental auf yes zu setzen. Für ein kleines Projekt wie linuxiuvat.de ist das aber (noch) unnötig.
Die HTML-Dateien mit den Statistiken befinden sich danach in /var/www/awffull/.
Fazit
Beide Werkzeuge erfüllen vollkommen ihren Zweck. Awstats hat mehr Funktionen, ist umfangreicher und lässt sich auch in Echtzeit per CGI-Skript aktualisieren. Awffull ist schlichter, sehr schnell und einfach einzurichten. Ich habe mich schließlich für Awffull entschieden, da für mich der Informationsgehalt vollkommen ausreichend ist. Piwik bietet zusätzlich z.B. noch Angaben über die Bildschirmauflösung und eine Echtzeitfunktion, die ein Programm zur reinen Loganalyse natürlich nicht liefern kann. Für jedes kleine Projekt tun es aber bedenkenlos auch Awstats und Awffull.
von apo, am 4. April 2012 
Wie will man wissen, was gut ist, wenn man nichts Schlechtes kennengelernt hat? Bevor ich meine derzeit installierten Spiele auf dem Spieleserver vorstelle, wollte ich ein paar Worte darüber verlieren, warum Urban Terror für mein kleines Projekt nicht funktioniert.
Urban Terror ist kein Unbekannter. Frei heraus gesagt: Zu jeder Tageszeit spielen zwanzigmal mehr Menschen Urban Terror als OpenArena. Es gibt E-Sport-Ligen und es existieren mehr als 1000 verschiedene Server. Allein das große Interesse an diesem Spiel macht es für jeden Spieleserver interessant.
Meine erste Begegnung mit Urban Terror liegt schon Jahre zurück. Damals lernte ich es während einer Netzwerkparty unter dem Motto kennen: “Hey, das ist der Mod zu Quake3, der sich genauso wie Counter Strike spielt.” An dem Spielprinzip hat sich seitdem natürlich nichts geändert. Das rote Team gegen das blaue Team. Terroristen gegen Polizei. Gut gegen Böse.

Ich denke es gibt kaum jemanden, der schon einmal einen klassischen Ego-Shooter gespielt und noch nie von Counter Strike oder Urban Terror gehört hat. Das Spiel ist taktisch geprägt. Die Bewegungen der Spielfigur sind eher realistisch, man kann sogar bluten und wird dadurch verlangsamt. Die Wahl der Waffen spielt eine entscheidende Rolle. Nicht das Vernichten beliebiger Spieler, sondern das Entschärfen von Bomben und planvolle Vorgehen mit anderen steht im Vordergrund.
Die Grafik war sicher vor Jahren auf der Höhe der Zeit. Heutzutage gibt es natürlich mehr Details und Formen. Für mich war das aber noch nie das entscheidende Argument. Urban Terror eignet sich durch die Spieldynamik hervorragend als Mehrspielerspiel und hat eine weiterhin aktive Gemeinschaft.
Wo ist also das Problem? Zum einen gibt es kein Debianpaket. Die freiwilligen Paketbetreuer waren mal wieder zu nachlässig, könnte man meinen. Die Probleme sitzen tiefer. Urban Terror lässt sich zwar wunderbar unter Linux spielen, es ist aber nicht frei. Schon 2008 war es als Paket für Debian gedacht, woraus aber leider nie etwas wurde.

Das Hauptproblem ist zum einen, dass Urban Terror zwar mittlerweile mit der freien Ioquake3-Engine ausgeliefert wird und somit ohne das Originalspiel Quake3 gespielt werden kann, große Teile stehen aber immer noch unter der Quake3-SDK-Lizenz, die ausdrücklich den Verkauf des Spiels oder Weiterverbreitung durch ein anderes Medium als das Internet verbietet. Software, die aber die kommerzielle Verwendung ausschließt, gilt bei Debian und anderen freien Softwareprojekten als unfrei.
Ein weiterer Punkt ist die schiere Größe des Spiels. Vor vier Jahren wurde in Debian schon diskutiert, wie man große Softwarepakete (>50 MB) eventuell in ein neues Archiv auslagern könne. Fakt ist, dass Urban Terror 1000 MB an Daten mit sich bringt und das normale Archiv zu stark belasten würde.

Zählt man alles zusammen ist Urban Terror zum einen nach Debians Richtlinien nicht frei und hat kein eigenständiges Debianpaket. Außerdem beansprucht es auf meinem vServer 25% des Arbeitsspeichers also ca. 50 MB. Das mag für einen richtigen Root-Server kein Problem sein. Bei mir haben all diese Punkte nach zwei Wochen dazu geführt, dass ich Urban Terror als Kandidaten nicht weiter verfolgt und es zum Schluss wieder vom Server entfernt habe.
Kurzes Fazit: Ein wirklich interessantes und gutes Spiel, dass sich problemlos mit Linux spielen lässt und eines der vielen Beweise dafür ist, welchen Einfluss die Quake3-Engine auf Freie Software hatte. Es erfüllt aber weder die hohen Ansprüche an Freie Software, noch ist es so in Debian integriert und ressourcenschonend, dass es mir leicht gefallen wäre, es für das kleine Spieleserver-Projekt zu nutzen.
[alle Screenshots via urbanterror.info]
von apo, am 3. April 2012 Für mein Projekt habe ich ein paar Kriterien aufgestellt. Normalerweise sollte so etwas am Anfang stehen und am besten alle relevanten Ideen zu einem Spieleserver mit Debian/GNU Linux chronologisch erzählt werden. Graue Theorie. Ich verspreche aber, dass ich zum Schluss, schon aus Eigeninteresse , alles übersichtlich ordnen werde.
An einigen Stellen habe ich mir mehr Gedanken als sonst gemacht, wie groß das Projekt überhaupt werden sollte, was man damit lernen kann und wie man sicherstellt, dass nicht nach einem Monat schon wieder alles vorbei ist, weil man die Lust daran verloren hat. Angefangen hat es mit der Vorgeschichte wie man den passenden vServer finden kann.
Für den Spieleserver sprach schließlich auch der Spaßfaktor. Doch welche und wie viele Spiele sollten es schließlich sein?
- Quantität: Ich wollte so viele Spieleserver wie möglich installieren, ohne dass die Spielqualität auf den Servern darunter leidet. Es sollte also weder der Ping in die Höhe schnellen noch Lags auftreten.
- Arbeitsspeicher: Spiele, die genügsam mit den Ressourcen umgingen, wurden von mir bevorzugt. Besser drei kleine und interessante Spiele als ein großes.
- Freie Software: Ein ganz wichtiger Punkt war die Freiheit des Spiels. Wenn man sich mehr mit der Thematik beschäftigt, stellt man schnell fest, dass das Wort Freiheit immer wieder anders interpretiert wird. Als Maßstab habe ich mich an Debians Gesellschaftsvertrag gehalten. Kurz gesagt: Jedes Spiel, dass sich in Debians Main-Repositorien befindet erfüllt all diese Bedingungen, die ich persönlich wichtig finde und auch als eine Art von Auszeichnung und Qualitätsmerkmal für Freie Software ansehe. Dennoch ist es das Thema wert mehr Worte darüber zu verlieren und das Wort “Freiheit” mal kritischer zu hinterfragen.
- Abwechslung: Quake3 war und ist für Freie-Software-Spiele ein sehr einflussreiches Spiel. Ich wollte aber nicht nur Ego-Shooter installieren, sondern etwas Abwechslung anbieten und auch anderen Genres eine Chance bieten.
- Qualität: Ohne Frage sollte ein vollständiges, von der Gemeinschaft akzeptiertes Spiel eine hohe Priorität eingeräumt werden. Qualität hat viele Facetten. Gute Spielengine, tolle Grafik, Spielspaß und -tiefe, berauschende Klänge und Musik. Im Zweifelsfall sollte meiner Meinung immer der Spaß gewinnen.
- Neueinsteiger: Ich bevorzuge Spiele, die schon fix und fertig in Debian gepackt sind. Das macht es für jeden Serveradmin einfacher und gleichzeitig ist das auch ein Indiz für eine gewisse Spielqualität. Auf der anderen Seite gibt es noch einige Spiele, die noch nicht in Debian auftauchen. Jedes Spiel, dass interessant genug ist, sollte unabhängig von der Distribution eine Chance verdienen.
Alle Faktoren sollten irgendwie optimiert werden. Bei nur 225 MB RAM war klar, dass nicht jedes Ziel erreicht werden konnte. Trotzdem dachte ich mir, es ist besser wenige Spiele zu haben, die man auch tatsächlich versteht und betreuen kann als einen Haufen von Anwendungen, zu denen man gar keinen Bezug hat.
Wenn ihr wissen wollt, was ihr überhaupt für eine Auswahl mit Debian und seinen Derivaten habt, dann hilft das folgende Kommando im Terminal schnell weiter.
aptitude search '~sgames'
In Squeeze sind das immerhin 1183 Pakete aus dem Bereich “Spiele”.
aptitude search '~sgames' | wc -l
Für einen öffentlichen Spieleserver kamen aber nur diese in Frage.
aptitude search '~sgames server'
Damit wird die Auswahl schon ziemlich eingeschränkt. Natürlich kamen nur Spiele mit Mehrspielermodus in Betracht. Für alles andere hätte ich keinen vServer mieten müssen. Der letzte Befehl spuckt trotzdem noch genug Kandidaten zum Ausprobieren aus. Nach einem Monat kann ich sagen, dass die Auswahl an Spielen in Debian groß genug ist, man aber auch nicht übersehen kann, wie groß der Einfluss von Quake3 und seinen Derivaten im Mehrspielerbereich ist.
von apo, am 3. April 2012 Leicht verspätet, ein kurzer Rückblick auf Humble Bundle for Android 2. Noch etwa eine Stunde und die vorerst letzte Runde geht zu Ende. Der große Knaller war dieses Mal aus meiner Sicht nicht dabei, obwohl eine gute Mischung angeboten wurde. Wie immer gilt ihr bestimmt den Preis, der zwischen Entwicklern, gemeinnützigen Organisationen und den Veranstaltern der Aktion aufgeteilt werden kann.
Obwohl mir dieses Mal ein wenig die Muse fehlte um jedem Spiel die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, habe ich zumindest Swords & Soldiers angespielt. Mein erster Eindruck bestätigte sich schnell, dass es spieltechnisch etwas leichtere Kost war. Die Grafik ist comichaft und bunt, das Spielprinzip darf sich wohl seitwärtsbewegende Strategie nennen. Für Debian und Derivate lässt sich das Ganze spielend leicht per .deb-Paket installieren.

Im Kampagnenmodus startet man zuerst als Volk der Wikinger, die ihr Essen gegen diverse angreifende Bösewichte verteidigen müssen. Ja richtig gelesen, genauer gesagt ist es ihr Barbecue.
Als Ressourcen hat man am Anfang Gold und Mana vorrätig, die man dazu einsetzen muss um neue goldschürfende Maiden anzuwerben, blutrünstige Berserker und Axtwerfer den Flächentarifvertrag schmackhaft zu machen und schließlich mit Blitzen aus dem Himmel, die durch das Mana gespeist werden, die Gegner ordentlich zu vermöbeln.
Im Prinzip geht es darum, wie in so vielen anderen Spielen auch, zur richtigen Zeit die richtigen Knöpfe zu drücken, welche deutlich am oberen Bildschirmrand hervorleuchten. Die eigenen Kämpfer lassen sich nicht steuern. Sie marschieren unaufhaltsam ihrem Schicksal entgegen und beginnen beim ersten Feindkontakt wild um sich zu schlagen. Mit Heilzaubern, die ebenfalls durch Mana gespeist werden, kann man gezielt einzelne Kämpfe für sich entscheiden. Je nach dem wie gut man spielt, werden zusätzliche Herausforderungen in Form neuer Aufträge freigeschaltet.
Also kurzum ein typisches Spiel für Zwischendurch, dass wirklich selbsterklärend ist und niemanden überfordern will und sich meiner Meinung als Smartphonespiel hervorragend macht.
Ich denke, das war auch das Ziel dieses Bundles, es für Androidnutzer interessant zu gestalten. Das Gute dabei ist, dass wieder neue DRM-freie Spiele für Linux dazugekommen sind! Wer die Gelegenheit hatte mal bei Google Play reinzuschauen, findet das ein oder andere Spiel aus den letzten Bundles auch dort. Wohlgemerkt natürlich nur für Android. Wenn ich mir die Verkaufszahlen da so anschaue, kennen scheinbar noch nicht alle die Humble Bundles.
Verpasst habt ihr noch:
- Snuggle Truck: Vermutlich das Aushängeschild der Aktion. Mit dem Truck und einer Ladung voll Tieren geht es durch teilweise äußerst schwieriges Terrain. Ziel ist es die Tiere sicher durch Loopings und Schluchten zum nächsten Zoo zu bringen.
- Canabalt: Jump&Run, dass man auch zu Zweit spielen kann.
- Zen Bound 2: Ein interessantes Puzzlespiel mit der Aufgabe eine hölzerne, dreidimensionale Figur durch Rotation in so wenig Schnur wie möglich einzuwickeln.
- Cogs: Aus einem der letzteren Bundles schon bekannt. Ein kniffliges dreidimensionales Puzzlespiel, bei dem es darum geht eine Maschine durch geschicktes Zusammensetzen zum Laufen zu bekommen.
- Avadon – The Black Fortress: Ein Rollenspiel mit isometrischer Draufsicht. Sieht auf den ersten Blick ziemlich nach alter Schule aus. Verschiedene Klassen, Zaubersprüche, Gegenstände und die obligatorischen Dungeons mit finsteren Gegnern dürfen nicht fehlen.
von apo, am 31. März 2012 Man kann seinen favorisierten Terminalemulator anwerfen, Screen starten und darin dann nützliche Applikationen für die Konsole ausführen, die jedes Detail des eigenen Rechners auf Schritt und Tritt überwachen. Die Methode verliert jedoch ihren Reiz, sobald man schlafen muss oder mehr als nur eine Handvoll Daten im Blick behalten möchte.
Um meinen Server zu überwachen benutze ich zur Zeit Munin und Monit, die sich gegenseitig sehr gut ergänzen. Ersterer überwacht alle wichtigen Aspekte des Systems wie Systemlast, Speicherverbrauch, Festplattenbelegung, Traffic, ja sogar die Anzahl der Spieler und kann all das mit Hilfe von Graphen anschaulich visualisieren, wodurch sich Trends frühzeitig erkennen lassen. Monit hingegen ist ideal dafür geeignet um Prozesse zu überwachen, diese gegebenenfalls neuzustarten und beim Erreichen kritischer Schwellwerte Alarm per E-Mail-Benachrichtigung auszulösen.
In diesem Beitrag beschreibe ich in Kürze, was Monit auf meinem Spieleserver mit Debian für Aufgaben hat und wie man ihn unkompliziert einrichtet.
Installation
aptitude install monit
Damit Monit bei jedem Neustart automatisch gestartet wird, muss folgende Variable in /etc/default/monit gesetzt sein.
startup=1
Konfiguration
Die zentrale Konfigurationsdatei von Monit liegt in /etc/monit/monitrc und ist genauso wie das Handbuch, man monit, ausgezeichnet dokumentiert. Die offizielle Dokumentation ist ausführlich und mit vielen Beispielen gespickt.
- set daemon 120
- Überprüft die Dienste alle 120 Sekunden.
- set logfile syslog facility log_daemon
- Alle Nachrichten werden nach syslog vom Benutzer Munin geloggt. Hier könnte auch der volle Pfad zu einer separaten Logdatei stehen.
- set idfile /var/.monit.id
- Der Ort, wo die einzigartige ID der Monitinstanz gespeichert wird
- set statefile /var/.monit.state
- Diese Datei speichert den aktuellen Zustand der überwachten Prozesse, welcher durch die persistente Speicherung auch nach einem Neustart von Monit wiedererkannt wird.
- set mailserver localhost
- Hier wird ggf. ein Backupserver und externer Mailserver eingetragen. Ich habe mir einen eigenen aufgesetzt.
- set alert root@localhost
- Die E-Mail-Adresse, welche in einem Problemfall alarmiert werden soll.
Allgemeine Systemressourcen
Hier werden Systemlast, Speicherauslastung und CPU-Beanspruchung überprüft. Die Syntax ist sehr übersichtlich und selbsterklärend. Wenn ein Wert einen Schwellwert überschreitet soll alarmiert werden.
check system localhost
if loadavg (1min) > 2 then alert
if loadavg (5min) > 1 then alert
if memory usage > 75% then alert
if cpu usage (user) > 70% then alert
if cpu usage (system) > 45% then alert
if cpu usage (wait) > 45% then alert
Prozesse überwachen
Die meisten Einträge sehen bei mir wie der untere aus. Der OpenArena-Server wird automatisch neugestartet, wenn der Verfügbarkeitstest auf Port 27960 mit dem UDP-Protokoll fehlschlägt. Der Konfigurationsblock lässt sich leicht auf Dienste wie SSH, Lighttpd oder Exim übertragen. Sollte der Prozess fünf Mal innerhalb von fünf Zyklen neugestartet worden sein, soll Monit die Versuche einstellen.
check process openarena-server with pidfile /var/run/openarena-server.pid
start program = “/etc/init.d/oa_ded start”
stop program = “/etc/init.d/oa_ded stop”
if failed host 134.0.24.218 port 27960 type udp then restart
if 5 restarts within 5 cycles then timeout
alert root@localhost but not on { instance pid }
Möchte man nur über bestimmte Warnmeldungen per Mail informiert werden, hilft die Konstruktion alert but not on weiter.
Apache Webserver
Das Beispiel stammt direkt aus der monitrc und verdeutlicht noch einmal wie logisch die Konfiguration aufgebaut ist. Monit ist z.B in der Lage pro Prozess die CPU-Auslastung zu überwachen und bei 60% zu alarmieren und dann bei 80% den Webserver neuzustarten und bestehende Verbindungen somit zu trennen. Des Weiteren lässt sich das auch auf den Speicherverbrauch und Kindprozesse anwenden.
check process apache with pidfile /usr/local/apache/logs/httpd.pid
start program = “/etc/init.d/httpd start” with timeout 60 seconds
stop program = “/etc/init.d/httpd stop”
if cpu > 60% for 2 cycles then alert
if cpu > 80% for 5 cycles then restart
if totalmem > 200.0 MB for 5 cycles then restart
if children > 250 then restart
if loadavg(5min) greater than 10 for 8 cycles then stop
Dateitests
Besonders nützlich sind auch Dateitests. Zum einen ist es ein Sicherheitswerkzeug. Geänderte Dateiberechtigungen an wichtigen Systemdateien können sofort erkannt werden, ein veralteter Zeitstempel könnte auf ein Problem mit einem Dienst hindeuten. Außerdem kann die Dateigröße überwacht und z.B. ein Skript ausgeführt werden, welches die Datei an einen anderen Ort verschiebt.
check file openarenalog with path /home/openarena/.openarena/baseoa/games.log
if failed permission 700 then alert
if failed uid openarena then alert
if failed gid openarena then alert
if timestamp > 15 minutes then alert
if size > 100 MB then exec “/usr/local/bin/meinskript.sh” as uid openarena and gid openarena
Monit im Browser anschauen
set httpd port 2812 and
allow admin:monit
Monit bringt einen eigenen Webserver mit, der auf Port 2812 die überwachten Prozesse übersichtlich darstellt. Dabei ist es möglich diese Dienste im Webinterface neuzustarten oder Monit anzuweisen die Überwachung kurzfristig auszusetzen. Den Port muss man mit der Firewall nicht freigeben. Man kann z.B einen SSH-Tunnel zum Betrachten nutzen und dann mit http://localhost:2812 im eigenen Browser als Benutzer admin mit dem Passwort monit sich das Ganze ansehen. Z.B.
ssh -p 44443 -L 2812:deinserver:2812 user@deinserver
Fazit
Monit ist leicht zu installieren und ebenso leicht zu konfigurieren. Ist das einmal erledigt verrichtet er unaufdringlich im Hintergrund seine Arbeit und schlägt sofort an, wenn ein Grenzwert überschritten wurde. Ich vermisste an der Version in Debian Squeeze nur die Möglichkeit die Überwachung auch mal für einen kurzen Zeitraum zu unterbinden, wenn z.B ein Backup gemacht wird und deswegen einige Werte kurzzeitig überschritten werden. Die Funktion ist in Wheezy aber vorhanden und findet sich unter “Service Poll Time“.
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