IceWM, IceWM, Baby

Es ist Sommer, es ist heiß kalt und jeder denkt natürlich nur an IceWM. IceWM ist einer der ältesten Fenstermanager, bis 1997 lässt sich dieses Projekt zurückverfolgen. Bei Fenstermanagern kann man schnell der Versuchung erliegen und sie in die dunkle Schublade der Vorurteile packen: “Fenstermanager sind schwierig zu konfigurieren. Da nehme ich besser Gnome, KDE und Xfce”. Stimmt, komplette Desktopumgebungen machen vieles leichter und nehmen ein Stück Arbeit beim Konfigurieren ab.

Trotzdem denke ich lohnt sich der Blick auf dieses Bauteil eines jeden modernen Desktops. Denn natürlich steckt auch in den großen Desktopumgebungen ein Fenstermanager sei es Metacity oder Mutter für Gnome, KWin für KDE und xfwm für Xfce. Die Auswahl ist so groß, dass man schnell den Überblick verlieren kann.

Meine Erfahrung aus der Vergangenheit ist, X und Fenstermanager der Wahl reichen aus, um scheinbar zu “alte” Rechner wieder so nutzen zu können als würden sie direkt aus der Fabrikhalle kommen. Angefangen habe ich mal mit Fluxbox und kachelnden Fenstermanagern wie Awesome, ratpoison oder dwm. Später habe ich mich für Openbox entschieden, der mir bis heute noch sehr gut gefällt. IceWM gehört ebenfalls zu den bekannteren Fenstermanagern und es lohnt sich ihn für ein leichtgewichtiges Computersetup genauer anzuschauen.

Mit Debian und Ubuntu gestaltet sich die Installation sehr einfach. Hat es einem zu Gnome verschlagen, ist es mit der Installation des Pakets icewm-gnome-support schon getan um Metacity durch IceWM zu ersetzen. Auf meinem Inspiron 4000 Laptop habe ich seit neustem gdm3 als Loginmanager installiert um einem Bug aus dem Weg zu gehen, der mich vor einer Weile schon beschäftigt hat. Installiert man das Paket icewm aus den Repos, kann man danach direkt beim Login zwischen den verschiedenen Fentermanagern oder Desktopumgebungen wählen.

IceWM lässt sich sofort nach dem Login produktiv nutzen. Ein Panel ist standardmäßig installiert, das Anwendungsmenü ist gefüllt (wenn nicht, einfach mal das Paket menu installieren) und bei manchen Themen ist sogar schon ein Hintergrundbild automatisch gesetzt.

IceWM hat dazu ein eingebautes Feature, das Hintergrundbild lässt sich aber auch wie bei anderen Fenstermanagern z.B. mit der Hilfe von feh einrichten. Wem die vorinstallierten Themen nicht zusagen, sollte gleich danach icewm-themes installieren, um die Auswahl nochmal stark zu vergrößern. Natürlich war das noch nicht alles, es gibt noch viele weitere Kreationen auf box-look.org, aber nehmt mich nicht beim Wort.

Wie bei allen anderen Fenstermanagern auch, lässt sich IceWM über das Anpassen einiger Textdateien an die eigenen Vorstellungen anpassen. Im Regelfall befinden sich die Konfigurationsdateien in /etc/X11/icewm/ und sollten für den einzelnen Benutzer nach ~/.icewm/ kopiert werden. Von box-look.org heruntergeladene Themen landen genau dort und zwar im Ordner ~/.icewm/themes/, danach lassen sie sich durch einen Klick unter Einstellungen->Themen im Anwendungsmenü auswählen.

Wie bei allen Laptops/Netbooks habe ich mir irgendwann einmal angewöhnt die Programme, die ich sehr oft benutze, mit einer Tastenkombination aufzurufen. Bei IceWM stellt ihr das in der Datei keys ein. Ansonsten lässt sich das Anwendungsmenü noch in der Datei menu anpassen und weitere Einstellungen in preferences. Programme, die beim Login gestartet werden sollen, gehören in die Datei startup. Wer schon die ersten Schritte zu Fluxbox oder Openbox gelesen hat, dem kommen diese Konzepte sicher bekannt vor.

Vom Speicherverbrauch her spüre ich auf einem PIII mit 800 MHz und 256 MB RAM keinen Unterschied zu den anderen Fenstermanagern. Erst bei 64 MB RAM und weniger sollte man hier genauer nachhaken. Ich denke verschiedene Fenstermanager auszuprobieren ist gerade mit auf Debian basierenden Distributionen sehr einfach. Für die Zukunft habe ich mir noch vorgenommen K.Mandlas Windows XP Desktopthema nachzubauen. Normalerweise halte ich so etwas ja für Kitsch, aber zum Lernen oder einfach nur aus Spaß, ist es sicher die aufgewendete Zeit wert.

Links

IceWM bei ubuntuusers.de

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